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Was ist SIBO? – Wenn Bakterien am falschen Ort sind

  • Autorenbild: D G.
    D G.
  • 20. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Vielleicht hast du den Begriff SIBO schon einmal gehört – vor allem im Zusammenhang mit Reizdarm, Blähbauch oder chronischen Verdauungsproblemen. SIBO steht für Small Intestinal Bacterial Overgrowth, auf Deutsch: eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms.


In unserem Verdauungssystem leben Milliarden von Bakterien – das ist normal und wichtig.Der größte Teil dieser Bakterien gehört jedoch in den Dickdarm.Der Dünndarm hingegen ist normalerweise nur sehr spärlich mit Bakterien besiedelt.

Bei SIBO befinden sich zu viele Bakterien am falschen Ort. Sie vergären die Nahrung bereits im Dünndarm, wodurch Gase entstehen, die der Körper dort nur schlecht verarbeiten kann.


Welche Beschwerden kann SIBO verursach

en?


Viele Betroffene leiden unter typischen Verdauungssymptomen wie:

  • Blähbauch (häufig direkt nach dem Essen)

  • Bauchschmerzen oder Druckgefühl

  • Durchfall oder Verstopfung


SIBO kann jedoch auch über den Darm hinaus wirken.Die entstehenden Gase und Stoffe können Entzündungsprozesse fördern, das Immunsystem belasten und das Nervensystem beeinflussen. Deshalb werden SIBO auch mit Beschwerden in Verbindung gebracht wie:


  • ausgeprägte Müdigkeit (Fatigue)

  • Brain Fog und Konzentrationsstörungen

  • Kopfschmerzen

  • Hautprobleme (z. B. Rosazea)

  • Zyklusstörungen oder hormonelle Beschwerden


SIBO und Hormone – gibt es einen Zusammenhang?


Der Darm spielt eine wichtige Rolle im Hormonstoffwechsel. Eine gesunde Darmfunktion trägt dazu bei, dass Hormone richtig verarbeitet, reguliert und ausgeschieden werden.

Ist der Darm jedoch aus dem Gleichgewicht – zum Beispiel bei einer Fehlbesiedlung wie SIBO – kann dies hormonelle Prozesse beeinflussen. Mögliche Mechanismen sind unter anderem:


  • entzündliche Reaktionen im Darm

  • eine gestörte Darm-Hirn-Achse

  • Nährstoffmängel, die für die Hormonbildung und -regulation wichtig sind


Deshalb wird bei Frauen mit Zyklusstörungen, Endometriose oder Schilddrüsenerkrankungen zunehmend empfohlen, auch den Dünndarm in die Betrachtung einzubeziehen


Warum entsteht SIBO?


Ein wichtiger Punkt:SIBO ist häufig nicht die eigentliche Ursache, sondern ein Zeichen dafür, dass etwas im Verdauungssystem aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Darmbewegung.Ist sie zu langsam oder gestört, können sich Bakterien leichter im Dünndarm ansiedeln.

Mögliche begünstigende Faktoren sind zum Beispiel:


  • hormonelle Veränderungen (z. B. bei Schilddrüsenunterfunktion)

  • Verwachsungen nach Operationen oder bei Endometriose

  • Infektionen des Magen-Darm-Trakts

  • eine geschwächte Schutzfunktion des Verdauungssystems


Fazit

SIBO beschreibt eine Fehlbesiedlung des Dünndarms, die nicht nur Verdauungsprobleme, sondern auch systemische Beschwerden verursachen kann.Gerade bei wiederkehrenden Darmproblemen oder hormonellen Beschwerden lohnt es sich, den Darm ganzheitlich zu betrachten.



Wenn der Verdacht auf SIBO besteht, ist es sinnvoll, dies mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Heilpraktikerin bzw. einem Heilpraktiker zu besprechen, die Erfahrung in diesem Bereich haben. SIBO ist ein komplexes Thema, das eine individuelle und fachkundige Begleitung erfordert.


Quellen:

  • Ghoshal, U. C., & Ghoshal, U. (2017). Small intestinal bacterial overgrowth and other intestinal disorders. American Journal of Gastroenterology, 112(7), 1–11.

  • IMD Berlin – Institut für Medizinische Diagnostik. Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO): Diagnostik und klinische Bedeutung.

  • Ghoshal, U. C., et al. (2020). Small intestinal bacterial overgrowth in irritable bowel syndrome: A systematic review and meta-analysis. Journal of Gastroenterology and Hepatology, 35(6), 922–934.

 
 
 

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